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Die Geschichte hinter dem Redesign von Tekl.de

Autor: Wolfgang Reszel | Veröffentlicht: | Letzte Änderung

Endlich habe ich mit Typemill ein schlankes, Datenbank-loses CMS gefunden, mit dem ich meine Website mit möglichst wenig Aufwand pflegen kann. Bislang hatte ich Tekl.de mit dem Website-Builder iWeb für macOS erstellt, den Apple aber schon lange eingestellt hat.

Mit dem Upgrade auf macOS 10.15 Catalina funktioniert das Programm endgültig nicht mehr, weshalb ich eine Alternative benötigte. Die Suche danach begann zwar schon vor der Veröffentlichung von Catalina, aber es hat sich dennoch lange hingezogen. Bis ich nämlich Typemill gefunden hatte, testete ich diverse andere Lösungen.

#Die Qual der CMS-Wahl

Zunächst liebäugelte ich erneut mit Desktop-Apps wie EverWeb und RapidWeaver. Ersteres war mir zu lahm, letzteres hat immer noch einen beschissenen Editor im Vergleich zum urmelalten iWeb.

Wie auch iWeb haben die Desktop-Apps einen entscheidenden Nachteil: ich bin von ihnen abhängig. Sollte der Hersteller die Segel streichen oder ein macOS-Update nicht mehr mitmachen, muss ich mich erneut nach einer alternativen Lösung umschauen und mühselig die Daten umziehen.

Da ich ein Fan von Markdown bin, zog ich als Nächstes statische Website-Generatoren wie Jekyll und Hugo in Betracht, die eine Website aus Markdown-Dateien generieren. Solche Generatoren haben wie die komfortablen Desktop-Programme den Vorteil, dass die Seiten lokal auf meinem Mac generiert und dann auf den Webserver hochgeladen werden. So muss ich mich auf Server-Seite nicht um Sicherheitspatches kümmern oder mit einem möglicherweise gehacktem CMS herumplagen. Statische Websites sind zudem unschlagbar flott. Letztlich entschied ich mich dann aber doch gegen die Generatoren, weil mir der Einarbeitungsaufwand zu hoch war und ich schneller zum Ziel kommen wollte. Da ich diese Seite nur sporadisch pflege, wollte ich mich auch nicht jedes Mal erneut in die Bedienung eindenken.

Eigentlich wollte ich meine Inhalte sowieso gerne in meinem Lieblings-Editor Ulysses schreiben. Deshalb übertrug ich die bestehende Website dort schon einmal händisch in ein einzelnes Markdown-Dokument. Dabei kam mir der Gedanke, die Website einfach über eine angepasste HTML-Vorschau umzusetzen und direkt aus Ulysses als sogenannten One-Pager zu exportieren. Doch alle Inhalte auf eine Seite zu packen, erwies sich für so einen umfangreichen Text dann doch als zu unpraktisch für den Leser. Zudem musste ich HTML-Schnipsel einbasteln, um meine Wünsche umsetzen zu können. Die Idee, das Dokument doch wieder auf mehrere Dateien aufzuteilen, verwarf ich schnell, weil ich dann Anpassungen an Menü und Footer auf jeder Seite durchführen müsste. Das hatte mich schon bei iWeb immer genervt.

Schließlich lockten mich dann doch wieder die Vorteile eines CMS, weil ich dann auch unabhängig von Geräten und Software die Inhalte pflegen kann und von gewissen Automatismen wie ein sich selbst aktualisiertes Änderungsdatum profitiere. Klar war, dass ich kein CMS mit Datenbank haben wollte (Concrete5 wäre da in der engeren Wahl gewesen), weil das Backup und Serverwechsel erschwert. Also musste es ein Flat-File-CMS sein, dass alle Daten im Dateisystem verwaltet. Auch hier war Markdown ein entscheidendes Kriterium.

Nach Ausflügen zu Kirby, Grav und dem Zunächst-Favoriten Bludit wurde es dann doch das zwischendurch verworfene Typemill. Kirby war mir zu arbeitsintensiv, Grav zu komplex und bei Bludit gefiel mir der Workflow nicht so gut. Ansonsten hat es vieles, was mir auch bei Typemill gefällt. Es ist schlank, gut dokumentiert und leicht zu bedienen. Typemill machte auf mich letztendlich den rundsten Eindruck und ich komme gut mit der Struktur im Browser sowie im Dateisystem zurecht. Der visuelle Markdown-Editor ist schick, war jetzt aber kein Muss. Zudem passten die Vorlagen schon gut zu meinen Vorstellungen, sodass ich wenig Aufwand bei der Anpassung vermutete.

Da ich die Inhalte nicht doppelt vorhalten wollte, habe ich von dem Gedanken wieder verabschiedet, alles in Ulysses zu schreiben. Typemill kommt nämlich nicht so gut damit zurecht, wenn ich Markdown-Dateien von Hand im Dateisystem anlege. Das Backend und der Editor von Typemill sind dann aber nicht so nervig, dass mich das wurmt. Die Verwaltung der Seitenstruktur ist zudem sehr ähnlich wie in Ulysses. Ich fühle mich also Zuhause. 😉

Natürlich bin ich jetzt doch wieder in der Situation, dass die Typemill-Installation auf dem Server mit Sicherheitsupdates gepflegt werden will. Da man meist nur einen Ordner austauschen muss, ist das aber kein Hexenwerk. Probleme beim Datenbank-Update oder durch Abhängigkeiten zahlreicher Plug-ins sind bei Typemill kein Thema.

#Schlichtes Design

Von Anfang an war klar, dass ich keinen gestalterischen Firlefanz umsetzen wollte. Schlichtheit, Funktionalität und Geschwindigkeit sollten im Vordergrund stehen. Das einzige deutliche visuelle Statement ist der Font Sys 2.0 von Fabrizio Schiavi als Textschrift und seinen Font PragmataPro für Listings.

Die Basis für das Layout liefert das ultraschlanke Theme Emergency, bei dem ich lediglich etwas am CSS geschraubt habe. Es ist eigentlich für Notfall-Websites gedacht, um überlastete Server zu schonen.

#Datensparsamkeit

Bei allen Überlegungen für ein Redesign spielte die Datensparsamkeit eine wesentliche Rolle. Die Website sollte ohne JavaScript auskommen, keine Inhalte (Fonts, Werbung, Like-Buttons) von externen Servern beziehen und auch keine Cookies speichern. Dieser Anforderung wird Typemill gerecht. Lediglich für das Backend sind Cookies und Javascript nötig, aber das betrifft nur mich. Alle Details finden Sie in der Datenschutzerklärung.